"Koalition muss Aufbruch wagen"

Michael Gruschke spricht bei der Maikundgebung am Hirschauer Marktplatz

"Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit" lautete das Motto der Maikundgebung, bei der Michael Gruschke, Bezirkssekretär IG BCE Nordostbayern, als Hauptredner fungierte. Er appellierte: "Lasst uns als vielfältige Gemeinschaft solidarisch eine gerechte Zukunft gestalten! Auf uns kommt es an!" Die Kaoliner Musikanten unter Vitus Bauer bereicherten die Maikundgebung.
Die Begrüßung übernahm der Vorsitzende der Ortsgruppe Hirschau/Schnaittenbach der IG BCE und Gesamtpersonalratsvorsitzende der AKW, Josef Birner. Er ging kurz auf das Motto der Kundgebung ein und erläuterte deren Schlagworte. "Wir wollen eine Arbeitswelt, die aus Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit besteht, deshalb sind wir heute hier und sagen laut unsere Forderungen".

"Wir Gewerkschaften sind stark durch unsere starken Werte: Wir stehen für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. Wir leben diese Werte. Sie sind die Grundlagen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa", erinnerte Michael Gruschke eingangs seiner Rede. Die neue Bundesregierung habe sich nach seinen Aussagen viel vorgenommen, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern und so den sozialen Zusammenhalt zu sichern, wobei viele Vorhaben die Handschrift der Gewerkschaft trügen.

Josef Birner Firma AKW

Kaolinkappele
03.05.2018
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Gegen "Weiter so"
"Aber all das reicht nicht, denn diese Koalition muss den großen Aufbruch wagen, hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit, mehr solidarischer Politik und mehr Förderung der Vielfalt", machte der Hauptredner klar. Er sprach sich gegen eine Politik des "Weiter so" und der Ankündigungen aus. "Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit - das sind unsere gewerkschaftlichen Antworten auf die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen: der Digitalisierung der Arbeitswelt, der demographischen Entwicklung und dem gespaltenen Arbeitsmarkt", betonte Gruschke.

Er forderte sozialen Fortschritt, ein gerechtes Steuersystem und gute Bildung für Kinder sowie mehr Mitbestimmung in den Betrieben, Unternehmen und Verwaltungen. Gruschke ging auf die im Koalitionsvertrag festgesetzten geplanten zusätzlichen öffentlichen Investitionen in den sozialen Wohnungsbau, in Infrastruktur und Verkehr sowie die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ein. "Wir werden gemeinsam mit allen demokratischen Kräften in der Politik und in der Gesellschaft zusammenarbeiten für eine solidarische, vielfältige und gerechte Gesellschaft, in der kein Platz mehr ist für die Rechtspopulisten mit ihren menschenfeindlichen und rassistischen Parolen". Er nannte die DGB-Rentenkampagne, die Erhöhung der Tariflöhne und die Digitalisierung der Arbeitswelt. Zu den Tarifabschlüssen meinte er: "Die DGB-Gewerkschaften diskutieren nicht nur, sie handeln."

Wegweisende Abschlüsse
Die jüngsten Tarifabschlüsse der IG Metall, der IG BCE oder der EVG seien wegweisend für eine moderne Arbeitszeitpolitik, für mehr Flexibilität. "Für Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Für Arbeitszeiten, die den Interessen, Bedürfnissen und Lebensphasen angepasst werden können - und nicht umgekehrt", machte der Hauptredner klar. "Das ist ein großer Schritt nach vorne für die Beschäftigten und ein Riesenerfolg für die Gewerkschaften".

Gruschke ging auf die Arbeitszeit ein und auf die Digitalisierung. Er fragte nach dem gerechten Wandel und machte diesen in starken Mitbestimmungsrechten und starken Betriebsräten aus. "Die IG BCE, der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften werden den Wandel der Arbeitswelt nutzen, um ihn im Sinne einer solidarischen, gerechten und weltoffenen Gesellschaft zu gestalten".

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