Neujahrsempfang 2018

Francesco Grioli fordert verbesserte Rahmenbedingungen für Industrie- und Großprojekte.

"Bei CDU/CSU und SPD fühlen wir uns deutlich besser aufgehoben als bei Jamaika", sagt das Hauptvorstandsmitglied der IG Bergbau, Chemie, Energie.

"Wir haben genug von realitätsfremden Extremforderungen der Klientelparteien und setzen bei Schwarz-Rot auf mehr Realismus in der Arbeits-, Sozial-, Industrie- und Energiepolitik." Beim Neujahrsempfang des Bezirks Nordostbayern in der Max-Reger-Halle wünschte sich der leitende Funktionär eine "Koalition des großen Wurfes". Ein Ende der Hochkonjunktur sei nicht in Sicht. "Gleichzeitig wird das Land nur geschäftsführend verwaltet statt gestaltet.

" Die einen meinten, dass das vielleicht sogar das Beste fürs Land sei. Dabei sei jeder Tag ohne neue Regierung mit klarem Kurs ein verlorener Tag. Deutschland habe größeren Reformbedarf. Die soziale, ökonomische und politische Verzerrung habe dramatisch zugenommen.

"Worauf wollen wir eigentlich stolz sein in diesem Land: Nur auf die Vergangenheit?" Grioli sprach von einer Entwicklung, die sich gegen alle Werte richte, die eine Gewerkschaft der Mitte ausmache. Der Zeitpunkt für Reformen könne besser nicht sein: top Wirtschaftslage, top Beschäftigungssituation, top Staatseinnahmen. "Wenn Union und SPD diesen Steilpass nicht nutzen, dann wird das für viele Jahre die letzte Zusammenarbeit dieser Art gewesen sein." Die Kollegen spüren, dass ihre Arbeitsplätze immer häufiger Spielball politischer Debatten seien. Der Industriestandort Deutschland brauche eine Frischzellenkur - und zwar vor allem bei den politischen Rahmenbedingungen. Vor allem in der Energiepolitik warnte Grioli, aufzupassen, dass nicht die gleichen politischen Fehlentscheidungen getroffen würden, wie in der Steinkohlepolitik.

"Unserer Ansicht nach läuft das 'Mega-Projekt Energie' aus dem Ruder." Angst könne einem da werden. Beispiel: Abgabe von jüngst tausenden Megawattstunden Strom zu Negativpreisen ins Ausland. "Keine andere Nation hat sich unser Projekt bislang zum Vorbild genommen." Bezirksleiter Hartmuth Baumann unterstrich die positive Entwicklung in den Betrieben und betonte, dass im vergangenen Jahr die IGBCE 518 Neuaufnahmen hatte. "Unserer heimischen Wirtschaft geht es hervorragend." In Betrieben ohne Betriebsrat gebe es nach wie vor prekäre Arbeitsverhältnisse. "Es kann nicht sein, dass die Unternehmen brummen und die Arbeitnehmer am Aufschwung nicht partizipieren."

IGBCE Nordostbayern Michael Gruschke

WErber

Im Anschluss ehrte die IGBCE die erfolgreichsten Werber für das Jahr 2017:

Michael Ott (23 geworbene Mitglieder), Roberto Sachse (20), Monika Träger (18), Franz-Josef Köstler (17), Philip Wunderlich (16), Johann Klinger (14), Tim Schachschal (12), Jürgen Kick, Christian Hartmann und Siegmund Huber (jeweils 10).

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